Biologische vs. Chemische MedikamenteCategory: Gesundheit | Leave a Comment |
20 09 2011 |
Spricht man von biologischen Medikamenten, sind damit Arzneimittel gemeint, deren Wirkstoff eine biologische Substanz ist. Das erste und bekannteste Biopharmazeutikum, dass für therapeutische Zwecke zugelassen wurde, war Insulin. Bis zu den 80er Jahren wurde es noch aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen hergestellt. Seit 1982 wird Humaninsulin ohne den Einsatz von tierischem Grundmaterial gentechnisch produziert. Das hat den Vorteil, dass man nicht von der Verfügbarkeit von Schlachttieren abhängig ist und die Produktion nicht durch Tierseuchen gefährdet wird.
Herstellung
Für die Herstellung biologischer Medikamente ist ein großer technischer Aufwand notwendig. Mit Hilfe von zum Teil monatelang kultivierten Zellkulturen von tierischen und pflanzlichen Organismen werden dann in Bioreaktoren die entsprechenden Proteine produziert. Anschließend werden die gewünschten Proteine von Nährlösung und übrigem Zellmaterial durch zentrifugieren oder Filtration getrennt und dann gereinigt. Die Reinigung muss extrem gründlich sein, da Zellreste die Verträglichkeit mindern würden.
Wirkungsweise
Die Wirkung biologischer Medikamente beruht darauf, dass entsprechende Proteine gezielt in körpereigene Funktionen und Prozesse der Krankheitsentstehung eingreifen.
Ihr Vorteil liegt darin, dass die Wirkung eher einer natürlichen Reaktion des Körpers gleicht und dadurch die Gefahr für das Auftreten von Nebenwirkungen verringert wird.
Anwendungsgebiete
Biopharmazeutika sind in vielen Bereichen der Medizin einsetzbar. Neben Husten- und Schupfenarzneinitteln, wie Sinupret gewinnen sie zunehmend an Bedeutung bei Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Arthritis und Rheuma. Auch in der Krebstherapie, bei Hepatitis B und C, bei Multipler Sklerose (Krankheitsschübe werden hinausgezögert), Osteoporose und Virusinfektionen sind sie einsetzbar.
Andere Anwendungsgebiete sind die Herstellung von Impfstoffen und rekombinanten Blutprodukten. Außer zur Therapie und der Herstellung von Impfstoffen können biologische Medikamente auch bei der Diagnostik angewendet werden.
Die Vorteile von Biopharmazeutika gegenüber chemischen Medikamenten liegen darin, dass sie gezielt im Körper eingesetzt werden können, da sie ausschließlich mit dem Zielmolekül reagieren. Bei der Anwendung von chemischen Medikamenten kommt es oft zu unerwünschten Nebenwirkungen. Die Wirkungsweise biologischer Arzneimittel entspricht eher einer natürlichen Reaktion, so das das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen reduziert wird.